Die industrielle Vergangenheit Oberhausens hat tiefe Spuren im Untergrund hinterlassen. Verfüllte Zechen, abgesenkte Grubenfelder und jahrzehntelang gewachsene Auffüllungen prägen die Baugrundsituation zwischen Sterkrade und Alstaden. Wer heute ein Bauvorhaben plant, muss diese anthropogene Geologie verstehen. Die Stadt mit ihren rund 210.000 Einwohnern liegt zudem in der niederrheinischen Bucht, einer Region mit moderater, aber unterschätzter Erdbebengefährdung. Unser Team führt die seismische Mikrozonierung durch, um die lokale Standortverstärkung zu quantifizieren. Wir kombinieren geophysikalische Feldmessungen mit labortechnischer Bodenklassifikation nach DIN 18196. Ergänzend ziehen wir bei tiefgründigen Auffüllungen den CPT-Versuch heran, um die Schichtgrenzen lückenlos zu erfassen. Das Ergebnis ist ein belastbares Bodenantwortmodell für die erdbebensichere Tragwerksplanung.
Seismische Mikrozonierung ersetzt pauschale Gefährdungszonen durch messbare Bodenantwort – der Unterschied zwischen rechnerischer Sicherheit und verstecktem Baugrundrisiko.
