In Oberhausen sehen wir immer wieder, dass die Baugrundverhältnisse auf kleinem Raum stark wechseln. Zwischen den Mergelschichten des Ruhrkarbons und den quartären Sanden und Kiesen der Emscher-Niederung kann die Wasserdurchlässigkeit innerhalb weniger Meter komplett anders ausfallen. Wenn dann noch eine Altlastenverdachtsfläche auf dem Gelände liegt, braucht es belastbare kf-Werte aus dem Feld. Unser Labor führt den Felddurchlässigkeitsversuch in Oberhausen mit der Lefranc-Methode im Lockergestein und dem Lugeon-Test im Fels durch. Bevor wir die Versuche ansetzen, schauen wir uns die Ergebnisse aus der Korngrößenanalyse an. Die Sieblinie und der Ungleichförmigkeitsgrad geben uns schon einen ersten Hinweis auf die zu erwartende Durchlässigkeit. Gerade in den grundwasserführenden Terrassenablagerungen zwischen Centro und Gasometer reichen Laborwerte allein aber nicht aus – da muss man vor Ort messen.
Im Feld messen wir, was im Labor nicht abbildbar ist: Klüftigkeit, Schichtung und den echten Fließweg des Wassers durch den Untergrund.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 22282-1:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Geohydraulische Versuche – Allgemeines, DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geohydraulische Versuche – Bohrlochversuche im Lockergestein (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 – Geohydraulische Versuche – Wasserabpressversuche in Fels (Lugeon), DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser
Häufige Fragen
Wann brauche ich einen Felddurchlässigkeitsversuch in Oberhausen?
Immer dann, wenn der Bodenwasseraustausch für das Bauvorhaben relevant ist: bei der Dimensionierung von Grundwasserabsenkungen, der Planung von Versickerungsanlagen oder der Beurteilung von Abdichtungsmaßnahmen. In Oberhausen mit seinen quartären Terrassenkiesen und den gering durchlässigen Karbon-Tonen der Emscher-Mulde reichen Laborwerte oft nicht aus – die natürliche Lagerung und Klüftigkeit verfälschen den kf-Wert im Labor zu stark.
Was kostet ein Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Oberhausen?
Für einen einzelnen Lefranc-Versuch in einer bestehenden Bohrung müssen Sie mit Kosten zwischen €540 und €840 rechnen, abhängig von Tiefe und Anzahl der Testintervalle. Lugeon-Versuche liegen durch den höheren gerätetechnischen Aufwand im oberen Bereich. Am wirtschaftlichsten ist es, die Versuche direkt in die laufenden Sondierbohrungen zu integrieren.
Welche Norm ist für den Felddurchlässigkeitsversuch maßgebend?
In Deutschland gilt die Normenreihe DIN EN ISO 22282. Teil 2 behandelt Bohrlochversuche im Lockergestein – das ist der klassische Lefranc-Versuch mit offener oder geschlossener Messstrecke. Teil 3 regelt den Wasserabpressversuch im Fels, bekannt als Lugeon-Test. Wir dokumentieren jeden Versuch so, dass er einer Prüfung nach diesen Normen standhält.
Wie viele Versuche brauche ich für eine Baugrube in Oberhausen?
Das hängt von der Baugrubengröße und den Untergrundverhältnissen ab. Bei homogenen Böden reichen oft zwei bis drei Versuche. In Oberhausen mit seinen unregelmäßigen quartären Ablagerungen über dem Karbon empfehlen wir mindestens einen Versuch pro erkannter Schichteinheit. Bei Lugeon-Tests im Fels legen wir die Intervalle so, dass jede wasserführende Kluftzone erfasst wird – das können 3 bis 5 Teststrecken pro Bohrung sein.